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Erstellt: 01.09.2011 | Premium Management Immob.-Anlagen (PMI) | Commerzbank AG

Die Commerzbank AG hat im August 2011 die Anleger des offenen Immobilien-Dachfonds "Premium Management Immobilien-Anlagen" (WKN A0ND6C) angeschrieben und den Abschluss einer Vereinbarung angeboten. Das Angebot ist befristet bis 15. September 2011.

Nach diesem sollen die Fondsanteile zu einem Preis von 43,38 € aus dem Depot entnommen und das Guthaben sofort erstattet werden. Sollte in der Abwicklung des Fondsvermögens ein darüber hinausgehender Betrag erzielt werden, würde auch dieser noch an die Anleger ausgezahlt.

Im Vereinbarungstext ist eine Regelung aufgenommen, nach der mit Unterzeichnung der Vereinbarung alle Ansprüche des Kunden im Zusammenhang mit dem Investmentfonds abgegolten sein sollen.

Mit Unterzeichnung der Vereinbarung wird deshalb der Verlust endgültig realisiert und die Durchsetzung von Schaden- ersatzansprüchen wäre nachfolgend nicht mehr möglich. Vor Unterzeichnung der Vereinbarung sollte deshalb jeder Anleger genau überprüfen, ob er einen darüber hinausgehenden Schadensersatzanspruch aufgeben will.

Markant ist nach den beigefügten Erklärungen der Commerzbank, dass vermeintlich der Nettoinventarwert am 9. August 2011 47,36 € je Anteil betragen haben soll. Es ist zwar nicht sicherzustellen, dass dieser Betrag bei Abwicklung des Immobilienfonds in den nächsten Jahren realisiert werden kann, ebenso wenig wie der nun von der Bank angebotene Betrag 43,38 € je Anteil. Ersichtlich ist aber nach diesen Zahlen, dass mit der Vereinbarung die Bank keinen Schadenersatz leistet, sondern dem Anleger lediglich mehrere Jahre vorgezogen den aus ihrer Sicht ohnehin zustehenden Betrag auszahlt. Kurz, der Anleger bleibt auf seinem Schaden sitzen. Die Bank hat lediglich im Sinne der Vorfinanzierung einen Zinsnachteil, falls sich die derzeitigen Wertangaben als zutreffend erweisen. Bei den aktuell äußerst niedrigen Refinanzierungszinsen für die Bank ist dieser aber nicht erwähnenswert.

In jedem Fall sollte eine individuelle Falschberatung geprüft werden, weil in den uns bisher bekannten Fällen die Beteiligung am PMI unzutreffend als sichere Anlage dargestellt worden ist.

Auch hat die Commerzbank scheinbar selbst dessen Schließung provoziert. Sie besaß das alleinige Vertriebsrecht von der Allianz Global Investors Kapitalanlagegesellschaft mbH und setzte im September 2010 nach internen Einschätzungen diesen auf unattraktiv. Großanleger stiegen sofort aus und konnten in den hauseigenen Immobilienfonds "HausInvest Europa" der Commerzbank zu geringeren Ausgabeaufschlägen investieren. Die faktische Verkaufsempfehlung setzte eine Welle von Anteilsrückgaben in Gang, die bereits am 24. September 2010 14:00 Uhr zur Aussetzung der Auszahlung führte, was am 27. September 2010 offiziell bekannt gegeben wurde und bis auf weiteres gelten sollte. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Verkaufsaufträge von mehr als 520 Millionen € erfasst worden, was dessen Barvermögen überstieg. Später wurde die Abwicklung beschlossen.

Nach unserer Auffassung hat sich damit die Commerzbank in einen Interessenkonflikt begeben, welcher ebenso zu einem Schaden- ersatzanspruch führen kann.

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