Erstellt: 01.07.2010 | Wirecard Aktien
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Kursmanipulation der Wirecard Aktie, falsche Informationen durch GoMoPa?
Ende März 2010 kam es innerhalb von nur wenigen Tagen entgegen dem sonstigen Börsentrend zu einem Verfall der Wirecard Aktie von rund 30 %. Eine Reihe von Anlegern hatten zuvor ein Knock-out-Zertifikat, auch Hebelzertifikat genannt (WKN: BN3Z53), auf die Aktien der Wirecard AG erworben, die bei Unterschreitung eines Kurswertes von 7,25 € je Aktie verfielen. Emittent war die BNP Paribas Emmissions- und Handelsgesellschaft mbH Frankfurt am Main und Anbieter die Muttergesellschaft BNP Paribas Arbitrage S.N.C.. Am 30.03.2010 wurde die Knock-out-Schwelle unterschritten, mit der Folge, dass viele Anleger ihr Geld verloren. Es stellt sich daher die Frage, wer für den ungewöhnlichen Kursverfall verantwortlich ist.
Das Handelsblatt veröffentlichte am 7. April 2010 einen Bericht, wonach der Internetdienst Goldmann, Morgenstern und Partners (GoMoPa) falsche Informationen zur Firma Wirecard veröffentlichte und daraufhin der Kurs eingebrochen sei. Somit sei ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der falschen Veröffentlichung und dem Kurseinbruch nachzuvollziehen.
Dies kann dazu führen, dass die Verantwortlichen für die falsche Berichterstattung auf Schadenersatz durch die Anleger in Anspruch genommen werden können. Ob dazu nur Mitarbeiter der Firma GoMoPa gehören oder welche weiteren Beteiligten es gab, lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen. Denn zu hinterfragen ist auch, ob irgendwer bewusst einen wirtschaftlichen Vorteil durch eine falsche Berichterstattung zur Firma Wirecard erlangen wollte.
Die Staatsanwaltschaft und die Bundesanstalt für Finanz- dienstleistungsaufsicht (BaFin) haben Ermittlungen aufgenommen. Sobald die Ermittlungsergebnisse vorliegen, wird zu entscheiden sein, von welchen Verantwortlichen insgesamt Schadenersatz verlangt und in welchem Land dieser am effektivsten durchgesetzt werden kann.
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