Die seit 2019 angekündigte Reform des Insolvenzrechts ist nun am 22.12.2020 u.a. mit dem Gesetz zur weiteren Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahrens und zur Anpassung pandemiebedingter Vorschriften im Gesellschafts-, Ge­nos­sen­schafts-, Vereins- und Stiftungsrecht sowie im Miet- und Pachtrecht (RestSch­BÄndG ) veröffentlicht worden (BGBl. I.S. 3328, Nr.67).

Für alle natürlichen Personen verkürzt sich die Wohlverhaltensperiode nach § 287 Abs. 2 InsO auf 3 Jahre, so dass nach Fristablauf die Schuldenfreiheit eintritt. Die Ver­kür­zung der Frist gilt rückwirkend auch für alle ab 01.10.2020 eingeleiteten Ver­brau­cher- oder Regelinsolvenzverfahren über das Vermögen natürlicher Personen. Für alle zwischen dem 17.12.2019 und 30.09.2020 eröffneten Insolvenzverfahren wur­de eine gestaffelte Abkürzung der ehemaligen 6-jäh­ri­gen Wohlverhaltensperiode ge­schaf­fen.

Von der kürzeren Wohlverhaltensperiode profitieren alle Verbraucher, Selbst­stän­di­ge, Einzelunternehmer und sonstigen Gewerbetreibenden. Anders als bei ju­ri­sti­schen Personen kommt es nicht darauf an, wann die Schulden entstanden sind oder ob die Zahlungsunfähigkeit trotz erlangter staatlicher Corona-Hilfen eingetreten ist. Für natürliche Personen resultiert aus einer verzögerten Antragstellung in der Regel kein Nachteil. Es besteht deshalb keine Veranlassung, auf die gesetzliche Mög­lich­keit des Durchlaufens eines Verbraucher- oder Regelinsolvenzverfahrens zu ver­zich­ten und schon nach 3 Jahren von allen Schulden befreit zu sein. Dies auch dann nicht, wenn es nur einen Gläubiger gibt, dessen Forderung innerhalb von 3 Jahren nicht aus dem pfändbaren Einkommen bezahlt werden könnte.

Darüber hinaus wurden weitere Regelungen der Insolvenzordnung geändert. Ob die­se von Bedeutung sein können und das Durchlaufen eines Insolvenzverfahrens sinn­voll ist oder es noch andere Möglichkeiten der Schuldenregulierung gibt, lässt sich nur im Rahmen einer Beratung prüfen, für die wir gern zur Verfügung stehen.

 

Gründig Rechtsanwalt

Seit Monaten ist in der Presse umfangreich über den Wirecard-Skandal berichtet worden. Am 25.08.2020 wurde über das Vermögen der Wirecard AG vom Amtsgericht München das Insolvenzverfahren eröffnet und Rechtsanwalt Dr. Jaffé als Verwalter bestellt. In der öffentlichen Aufforderung hatte das Amtsgericht die Gläubiger aufgefordert, ihre Ansprüche im Insolvenzverfahren bis 26.10.2020 schriftlich beim Insolvenzverwalter anzumelden. Wir bieten an, die Anmeldung der Ansprüche für Sie durchzuführen, auch nachdem die Frist bereits abgelaufen ist.

Anmeldung/Auftrag  Klick Verknüpfung zu einem Formular + Vollmacht
 

Was ist bei der Forderungsanmeldung zu berücksichtigen?

Für Aktionäre, Inhaber von Genussrechten, ETF´S und Zertifikaten auf die Wirecard Aktie gilt, dass die Anmeldung wegen bestehender Schadenersatzansprüche erfolgen muss. Anderenfalls wird keine Berücksichtigung als normale Insolvenzforderung im Rang des 38 InsO erfolgen oder die Forderung wird nicht anerkannt. Bei der Anmeldung oder später muss der Schadenersatzanspruch zumindest in groben Zügen begründet werden. Hierzu sollte ein Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht hinzugezogen werden.

Was ge­schieht, wenn die Anmeldefrist abgelaufen ist und die Anmeldung erst danach vorgenommen wird?

Die vom Gericht veröffentlichte Frist ist keine Ausschlussfrist, sodass die Anmeldung innerhalb der normalen Verjährungsfrist nachgeholt werden kann. Für die nachträgliche Forderungsanmeldung wird in der Regel vom Gericht eine Gebühr von 20 EUR erhoben, wenn dadurch ein nachträglicher Prüfungstermin erforderlich wird.

Was wird durch die Anmeldung im Insolvenzverfahren bewirkt?

Nach den bisherigen Kenntnissen hat der Vorstand der Wirecard AG jahrelang nicht existierende Guthaben von zuletzt i.H.v. 1,9 Milliarden EUR auf Treuhandkonten in der Bilanz ausgewiesen. Dies hat zur Folge, dass Schadensersatzansprüche wegen Bilanzmanipulation, gegebenenfalls Betrug und falscher oder unterlassener ad hoc Meldungen bestehen. Aktionäre können entweder den Wert der Aktien Zug um Zug gegen Abtretung derselben oder nach Verkauf einen Differenzschaden geltend machen. Je nach Zeitpunkt des Erwerbs kann auch der Kursverlust als Schaden zur Insolvenztabelle angemeldet werden.
Dies betrifft gleichfalls Schadenersatzansprüche von Anleihegläubiger mit der ISIN E000A2YNQ58 und von  ETF´s und andere Derivaten auf die Aktie der Wirecard AG.

Kann über die Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren ein vollständiger Schadensausgleich erreicht werden?

Nein. Es wird in Abhängigkeit von den durch den Insolvenzverwalter eingezogenen und verwerteten Vermögenswerten im Verhältnis zu allen berechtigt angemeldeten Insolvenzforderungen eine Quotenzahlung ermittelt. Erfahrungsgemäß liegt diese Quotenzahlung im niedrigem einstelligen Prozentbereich.
Gelingt es dem Insolvenzverwalter Ansprüche gegen Dritte zur Masse zu ziehen, werden die Gläubiger mit anerkannter Insolvenzforderung hieran durch Erhöhung der Quote partizipieren, ohne ein eigenes Gerichtsverfahren führen zu müssen.

Tatsächliche Aussagen zur Höhe der Quote sind derzeit nicht möglich. Der Insolvenzverwalter wird von Zeit zu Zeit in seinen Berichten über den Gang des Insolvenzverfahrens zu den Quotenaussichten berichten.

Was können Aktionäre und Anleger noch unternehmen um einen vollständigen Schadensausgleich zu erhalten?

Nach derzeitiger Kennt­nis werden Kapitalanleger Musterverfahren gegen die ehemalige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young und auch gegen das Bundesaufsichtsamt für Finanzdienstleistungen (BaFin) geführt. Sobald diese Verfahren in das öffentliche Register eingetragen worden sind, kann jeder Anleger dem Musterverfahren beitreten. Eine anwaltliche Vertretung ist hierbei zwar nicht erforderlich aber zu empfehlen. Es müssen insbesondere die konkret ermittelten Beträge des Schadenersatzes benannt und nachgewiesen werden.
Ob die Musterverfahren letztlich erfolgreich sind lässt sich heute nicht beurteilen. Entscheidend wird es darauf ankommen, ob in den Prozessen die Tatsachen nachgewiesen werden können,  welche eine konkrete Pflichtverletzung mit Schutzwirkung für Dritte auslöst oder gegebenenfalls mindestens eine sittenwidrige Schädigung begründen.
Bei Ernst & Young muss mindestens nachgewiesen werden, dass in leichtfertiger Weise eine Schädigung der Gläubiger durch Erteilung des jeweils uneingeschränkten Testates hingenommen worden ist. Der bisher vorliegende Sonderprüfungsbericht der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft liefert hierzu Ansatzpunkte. Wie in jedem Zivilprozess muss der dem Scha­de­ner­satz ­be­geh­rende Kläger alle zur Begründung des Schadensersatzanspruches notwendigen Tatsachen vortragen und beweisen.

Dies betrifft auch Haftungsansprüche gegenüber der BaFin, welche sich nur auf Amtspflichtverletzungen stützen könnten. Hier muss abgewartet werden, ob und welche Tatsachen, z.B. durch den vom Bundestag eingesetzten Wirecard-Untersuchungsausschuss, zutage gefördert werden.

Kann auch ein individueller Schadenersatz vom Aktionär / Anleger durchgesetzt werden?

Grundsätzlich ist dies möglich. Sobald ein wesentlicher Teil der hierbei zu entscheidenden juristischen Fragen auch vom Kapitalanleger-Musterverfahren betroffen ist, wird das jeweilige Gericht das individuell eingeleitete Klageverfahren unterbrechen und den mit dem Musterverfahren deckungsgleichen Teil zum schon anhängigen Verfahren abgeben. Schadensersatzansprüche im Einzelfall sind deshalb vor allem dann sinnvoll, wenn es sich um solche aus ETF´s, Fonds, Zertifikaten oder anderen Derivaten auf die Wirecard Aktie handelt. Insgesamt muss aber abgewartet werden, welchen inhaltlichen Gegenstand das schon eingeleitete Kapitalanleger-Musterverfahren hat, um den notwendigen Vergleich vornehmen zu können.
Darüber hinaus ist im Einzelfall denkbar, dass bei Vermittlung von Aktien, Anleihen, Fonds und Zertifikaten durch  Berater oder Beratungsgesellschaften diese auf Schadenersatz in Anspruch genommen werden können. Üblicherweise hängt dies von der individuellen Beratungssituation ab, sodass eine pauschale Beurteilung nicht möglich ist. Man wird den Betrug von Wirecard selbst dem Berater hierbei aber nicht vorwerfen können.

Die Rechtsanwalt Gründig steht deshalb auch für eine individuelle Prüfung der Schadensersatzansprüche zur Verfügung.

Gründig
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am 26.03.2020 (C-66/19) eine verbraucherfreundliche Entscheidung getroffen. Nach dieser können alle von Verbrauchern ab dem 11.06.2010 abgeschlossenen Darlehensverträge noch widerrufen werden, wenn die Widerrufsbelehrung unklar formuliert worden war. Der EuGH kritisierte insbesondere die von fast allen Banken verwendete Formulierung in der Widerrufsbelehrung, in welcher u.a. formuliert worden war, dass die Frist für den Widerruf erst beginnt, „..nachdem der Darlehensnehmer alle Pflichtangaben nach § 492 Abs. 2 BGB … erhalten hat".
An dieser Stelle des Gesetzes sind die Voraussetzungen ebenso nicht angegeben, sondern es wird auf Art. 247 §§ 6 - 13 EGBGB verwiesen. Auch an jener Gesetzesstelle erfolgt eine weitere Verweisung, weshalb der EuGH zur Auffassung gelangt, dass dem Verbraucher mit der Widerrufsbelehrung der Beginn der Frist nicht deutlich vor Augen gehalten worden ist. Durch die „Verweisungskaskade" könne ein Verbraucher aus der Widerrufsbelehrung selbst nicht erkennen, ob die Voraussetzung zum Beginn der Frist vorliegt oder nicht. Denn dazu müssen die in Bezug genommenen Gesetzestexte umständlich herausgesucht werden. An der Benennung der Pflichtangaben fehlt es also in der Widerrufsbelehrung, sodass die von der EU-Richtlinie über Verbraucherkreditverträge (RL 2008/48/EG) geforderte klare Belehrung über den Fristbeginn nicht vorliegt.

Betroffen sind nach Presseveröffentlichungen über 1 Mio. Kreditverträge für Verbraucher zur Finanzierung von Immobilien, Pkw oder anderen Sachen.

Die Nutzung der Widerrufsmöglichkeit, auch als Widerrufsjoker bezeichnet, ist z.B. sinnvoll,

  • wenn die vereinbarten Kreditzinsen höher sind, als aktuelle Marktzinsen für vergleichbare Kredite,
  • eine Vorfälligkeitsentschädigung von der Bank für eine vorzeitige Rückzahlung des Kredites verlangt wurde oder wird,
  • ein verbundenes Geschäft z.B. bei der Finanzierung eines Pkw, welcher gegebenenfalls auch noch vom Diesel-Skandal erfasst ist, vorliegt, um nur einige zu nennen.

Im Rahmen der Rückabwicklung des Darlehensvertrages sind die gezahlten Raten zu verzinsen, sodass allein der Zins zu einem finanziellen Vorteil führen kann. Sollte bereits eine Tilgung des Darlehens erfolgt sein, kann je nach Umständen und Zeitablauf, auch nachträglich der Widerruf noch erfolgreich durchgesetzt werden.

 

Gründig Rechtsanwalt
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

Die Geschäftsleitung der V+ GmbH & Co. Fonds 1 KG, V+ GmbH & Co. Fonds 2 KG und V+ GmbH & Co. Fonds 3 KG hat erneut eine Gesellschafterversammlung für November 2019 einberufen, bei der auch die Liquidation beschlossen werden soll. Zur letzten Gesellschafterversammlung im Jahr 2018 war ein solcher Beschluss mehrheitlich abgelehnt worden, weil die Geschäftsleitung keine konkreten Aussagen über die Folgen der Liquidation für die Anleger getroffen hatte.

Der Rat und das Parlament der Europäische Union haben sich im Januar 2019 auf eine Richt­li­nie über präventive Restrukturierungsrahmen, die zweite Chance und Maßnahmen zur Stei­ge­rung der Effizienz von Restrukturierungs-, Insolvenz- und Entschuldungsverfahren geeinigt, wel­che noch 2019 in Kraft treten soll.

Anleger, die sich an der Thomas Lloyd Investments GmbH (früher AG) mit Genussrechten beteiligt haben erhielten vor kurzem überraschend Post von der Thomas Lloyd Anlegerverwaltung.

Diese teilte mit, dass sämtliche Genussrechte und -scheine Thomas Lloyd Global High Yield Fund 450 in Aktien umgewandelt werden. Eine CT Infrastructure Holding Limited mit Sitz in London habe die bisherige Beteiligungsgesellschaft per Verschmelzung aufgenommen. Im Zuge der Neustrukturierung seien die Beteiligungsbuchwerte der Genussrechts-Inhaber zum Stichtag 31.12.2017 temporär auf ein Minimum von 0,00 € abgewertet worden.
In Aussicht gestellt wird, dass der Anleger mit seinen Aktien vom späteren gemeinsamen Börsengang der Zielgesellschaft Thomas Lloyd Group LTD profitiert. Hierzu wird ein - über den Wert der Aktien - erheblich hinausgehendes Aufwertungspotenzial benannt, ohne dies nachvollziehbar zu begründen.

Der V+ Fonds als Venture Captial Gesellschaft sollte in zukunftsträchtige Unternehmen investieren, hierzu an diesen Beteiligungen erwerben und das notwendige Privatkapital (private equity) zu deren Entwicklung bereitstellen, um die Beteiligungen später gewinnbringend veräußern zu können. Diese Anlageform ist besonders riskant und die Ausfallraten sind nach statistischen Erfahrungen äußerst hoch. In den Werbungsgesprächen wurde stattdessen nicht selten empfohlen, bestehende Verträge der Altersvorsorge oder andere Anlagen zu kündigen und mit den Guthaben die Beteiligung an der Venture Plus GmbH & Co. Fonds 4 KG zu erwerben.

Das Landgericht Leipzig hat mit einem Urteil vom 17.08.2018 den Widerruf eines Konsumentenkreditvertrages der Targobank für Verbraucher aus dem Jahr 2011 bestätigt und der Targobank AG & Co. KGaA auch keine Nutzungsentschädigung in Form von Zinsen zu­ gesprochen.

Unter anderem von der insolventen A-FIN Allgemeiner Finanzdienst GmbH (früher AFD GmbH) wurden bis zum Jahr 2014 Beteiligungen an den IFK Fonds 1, 2 und 3 vertrieben.

In den uns vorliegenden Fällen ist von Beratern empfohlen worden, bestehende sichere Renten-, Lebensversicherungs- oder Bausparverträge zu verkaufen oder zu kündigen, um das Guthaben ersatzweise in eine vermeintlich bessere Beteiligung an einem IFK Fonds zu investieren. Mitunter wurden die Beteiligungen an den IFK Fonds auch als für die Altersvorsorge geeignet dargestellt. Die IFK-Beteiligungen sind aber weder als gleichwertiger Ersatz für beendete Renten-, Lebens- oder Bausparverträge anzusehen, noch für die Altersvorsorge geeignet.
Es handelt sich bei den IFK Fonds um geschlossene Immobilienfonds, an dem sich Anleger durch eine stille Beteiligung oder über eine treuhänderisch gehaltene Kommanditeinlage in 4 Varianten beteiligen konnten. Ausschüttungen von 5,00 % - 6,5 % p.a. wurden prognostiziert.
Die IFK-Fondsbeteiligungen unterliegen deshalb grundsätzlich dem Totalverlustrisiko, sind weder sicher noch ist bei Kündigung oder Zeitablauf die Rückzahlung des eingezahlten Betrages garantiert. Möglicherweise reduzieren sich die Ausschüttungen oder diese bleiben vollständig aus.

Von der aus mehreren Gesellschaften bestehende Firmengruppe P & R sind die P & R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, die P & R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH sowie die P & R Container Leasing GmbH zahlungsunfähig. Am 19.03.2018 hat deshalb das Amtsgericht München über deren Vermögen das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet.

Zu vorläufigen Insolvenzverwaltern wurden die Rechtsanwälte Dr. Michael Jaffé sowie Dr. Philip Heinkel bestellt.
Die P & R Unternehmensgruppe war mehrere Jahrzehnte im Geschäft mit Containerinvestments tätig. Nach derzeitigen Kenntnissen sind ca. 50.000 Anleger betroffen, welche in Container investiert hatten. Anleger hatten die Container gekauft und diese weltweit an Leasinggesellschaften, Speditionen oder Reedereien über P & R für in der Regel 3 oder 5 Jahre vermietet. Nach Ablauf der Mietzeit sollten die Container zu vorher vereinbarten Preisen von einer der P & R Gesellschaften zurück gekauft werden.
Durch welche Umstände das Geschäftsmodell scheiterte, lässt sich derzeit nur vermuten und wird sich erst während des Insolvenzverfahrens zeigen.

Wir hatten in der Vergangenheit über das Urteil vom 21.12.2012 das Landgerichts Frankfurt/Oder und das nachfolgende Verfahren beim Brandenburgische Oberlandesgericht berichtet.

Die gerichtlich festgestellte Unwirksamkeit des ehemals von der axanta AG verwendeten Vertragsformulars veranlasste die Verantwortlichen der axanta, die Hauptleistungen nach dem alten Vertragsformular in den nun verwendeten Dienstleistungsvertrag und Vertrag Vermittlung/Nachweis aufzuspalten. Hierzu wurde die axanta Unternehmensvermittlung GmbH & Co. KG, mit der heute der Vertrag Vermittlung/Nachweis abgeschlossen wird, gegründet.

Genussrechte stehen nicht im Rang des § 38 InsO

Der Bundesgerichtshof  (BGH) - IX ZR 99/17- hat am 22.03.2018 die Revision gegen das Ur­teil des OLG Dresden vom 13.04.2017 -13 U 917/13- zurückgewiesen.

Strittig war insbesondere, ob ein durchschnittlicher Anleger aus § 8 der Ge­nuss­rechts­be­din­gun­gen  aus dem Jahr 2006 erkennen konnte, dass die Rückzahlung des Genussrechts im In­sol­venz­ver­fah­ren erst nach allen anderen Gläubigern im Rang des § 38 InsO verlangt werden kann, dieses Recht somit nur im Nachrang zu befriedigen wäre.

Der BGH bestätigt mit seiner Entscheidung, dass die (unverbrieften) Genussrechte der Fu­tu­re Busi­ness KG a.A. (Infinus - Gruppe) nicht im Rang des § 38 InsO zur Insolvenztabelle auf­zu­neh­men sind und dass die Wahl der gemeinsamen Vertreter für die strittigen Genussrechte we­gen feh­len­der gesetzlicher Voraussetzungen unwirksam war. 

Das Landgericht Frankfurt/Oder hat mit Urteil vom 20.12.2012 den Geschäftspraxis der axanta AG einen Riegel vorgeschoben. Es kommt zur Feststellung, dass jedenfalls die im strittigen Verfahren im Februar 2012 verwendeten Formulare zum Abschluss eines Dienstleistungsvertrages: Verkauf mit der Drucknummer Rev. 6002 wegen Verstoßes gegen den grundsätzlichen Leitgedanken der gesetzlichen Regelungen unwirksam sind. In diesem Formularvordruck werden zwar Leistungen wie Optimierung der Veräußerbarkeit und Brokerservice/Kontakt zu Kaufinteressenten usw. bezeichnet. Das Gericht folgte aber der Argumentation der Anwaltskanzlei Gründig, wonach der maßgebliche Teil der unter diesen Rubriken aufgeführten Leistungen keinen dienstvertraglichen Charakter haben, sondern sich hauptsächlich als Komponenten eines typischen Maklervertrages darstellen. Beim Maklervertrag ist eine Vergütung hingegen nur bei Erfolg, somit beim Zustandekommen eines Kaufvertrages oder anderweitigen Übertragungsvertrages mit einem Interessenten geschuldet. Ein Interessent wurde von der axanta AG aber nicht nachgewiesen.

Seit Januar 2018 sind mit der Umsetzung der Zweiten Zahlungsdienste-Richtlinie (PSD 2) zwar neue Regelungen im Zahlungsverkehr in Kraft getreten. So wird bei Schäden durch Missbrauch der EC- oder Kreditkarte, im Lastschriftverfahren oder im Online-Banking die Haftung des Verbrauchers auf 50 Euro begrenzt. Dies gilt aber nicht bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz, wobei die Bank oder der Zahlungsdienstleister die Beweislast trägt. Es ist deshalb wie in der Vergangenheit damit zu rechnen, dass den Verbrauchern eine vermeintlich grob fahrlässige Handlungsweise vorgehalten wird, so dass es weiterhin auf die bisherige Rechtsprechung ankommen wird.

Beim Missbrauch der EC-Karte oder der Kreditkarte nach Verlust gibt es häufig Streit darüber, ob die PIN getrennt aufbewahrt worden ist oder auf welche andere Weise sich die Betrüger die PIN verschafft haben.

Seit kurzem kündigen einige Sparkassen, u.a. Sparkasse Zwickau, Verträge zum S-Prämiensparen. Beim Prämiensparen wurden zum Teil für 99 Jahre feste Sparbeiträge mit variablen oder festen Zinsen und einer nach Laufzeit ansteigenden prozentualen Prämie von bis zu 50 % der jährlichen Sparbeiträge vereinbart.
In Kündigungsschreiben wird nun u.a. behauptet, dass wegen des gesunkenen Zinsniveaus das Prämiensparen nicht mehr wirtschaftlich fortgeführt werden könnte. Dieser und andere wirtschaftliche Umstände rechtfertigen aber keine Kündigung.

1. Muss die Rechnung der Rechtsanwälte Müller, Seidel, Vos bezahlt werden ?

Derzeit nicht.
U.a. weil das OLG Dresden im Urteil vom 12.04.2017 Az.: 13 U 917/16 zur Frage der Wirksamkeit der Nachrangklausel in den Genussrechtsbedingungen der Future Business KG aA einerseits festgestellt hat, dass diese wirksam sind, so dass die Anmeldung zur Insolvenztabelle wegen eines vertraglichen Anspruchs bisher erfolglos ist.
Andererseits wird im Urteil auch die Nichtigkeit der Wahl der gemeinsamen Vertreter der Genussrechte festgestellt, weil es dafür an der gesetzlichen Grundlage fehlte. Somit besteht kein wirksames Auftragsverhältnis, trotz der Wahlbekanntmachung durch das Amtsgericht Dresden.
Allerdings wurde die Revision zum BGH zugelassen und eingelegt, so dass es später noch zu einer anderen Beurteilung kommen könnte.

Unmittelbar vor Ostern ließ die DSK Leasing Verwaltung GmbH i.L. durch die Rechtsanwälte Dr. May, Hofmann + Kollegen ein Rundschreiben an die ehemaligen Anleger der DSK Leasing AG & Co.KG mit der Aufforderung zur Rückzahlung gewinnunabhängiger Ausschüttungen versenden. Vermeintlich will die ehemalige Komplementärin im Rahmen der Liquidation Kosten von 1.419.000 € getragen haben, für welche nun die Anleger haften sollen.

Verbraucher können ihre Darlehensverträge, mit denen sie eine Immobilie oder Eigentumswohnung finanziert haben (Immobilienkredit) weiterhin widerrufen, wenn der Darlehensvertrag nach dem 10.06.2010 abgeschlossen wurde und eine falsche Widerrufsinformation enthalten ist oder wenn Pflichtangaben  fehlen oder unvollständig angegeben sind. Für die vorgenannten Darlehensverträge gilt das ursprüngliche Ende der Widerrufsfrist vom 21.06.2016 nicht.

Versicherte, die zwischen Juli 1994 und 2007 eine Renten- oder Lebensversicherung abgeschlossen haben und diese vorzeitig beenden möchten, können durch einen Widerspruch (häufig auch als Widerruf verstanden) gegen den Versicherungsvertrag oftmals einen wesentlich höheren Ertrag erzielen als bei einer Kündigung. Auch viele fondsgebundene Lebensversicherungen oder Rentenversicherungen sind häufig viel weniger wert, als die Summe der eingezahlten Beiträge.

Das Amtsgericht Hamburg hat am 01.09.2016 das Insolvenzverfahren eröffnet und den Termin zur ersten Gläubigerversammlung für den 06.10.2016 um 11:00 Uhr in Hamburg bestimmt. Zu diesem Termin sollen umfangreiche Beschlüsse gefasst werden, welche maßgeblichen Einfluss auf den weiteren Gang des Insolvenzverfahrens haben können. So soll u.a. über die Beibehaltung der Eigenverwaltung nebst dem Umfang der zulässigen Geschäfte, die Zahl der Mitglieder des Gläubigerausschusses und dessen Mitglieder und vieles mehr abgestimmt werden. Jeder Anleger sollte deshalb entweder teilnehmen oder eine Person seines Vertrauens mit der Vertretung beauftragen.

Rechtsanwalt Gründig wird an der Gläubigerversammlung teilnehmen und bietet allen Anlegern die Übernahme der Vertretung in der Gläubigerversammlung an.

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